90 Jahre Vereinsgeschichte sind Anlass zu einem Rückblick in die Zeit, in der der Turn- und Sportverein gegründet wurde. Wir wollen aber auch an die Sportler und Mitglieder erinnern, die sich viele Verdienste um den Verein erworben haben.
Der genaue Gründungstag konnte leider nicht mehr festgestellt werden. Im Herbst 1911 fanden sich ca. 30 Männer aus Niedergrenzebach zusammen, die den Turn- und Sportverein ins Leben riefen. Joh. Gg. Hoos erwarb sich um die Gründung des Vereins besondere Verdienste. In der Gründungsversammlung wurde Johannes Wiegand zum 1. Vorsitzenden gewählt. Er leitete den Verein bis zu seiner Einberufung in den 1. Weltkrieg. Damals war nur eine Turnabteilung aktiv für den Verein tätig. Während des 1. Weltkrieges ruhte die Vereinsarbeit, da die meisten Mitglieder einberufen wurden. Einige wenige Männer, die nicht zum Kriegsdienst geholt wurden, hielten aber den Verein bis nach Kriegsende aufrecht. Nachdem einige Mitglieder aus dem Krieg zurückkamen, lebte der Verein neu auf. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Johannes Horn, als 2. Vorsitzender Heinrich Hoos gewählt. Unter ihrer Leitung trat die Turnabteilung besonders hervor. Horn und Hoos leiteten den Verein bis 1925. Nach Niederlegung ihrer Ämter übernahm Helwig Damm die Geschicke des Vereins, ihm zur Seite stand Konrad Schneider, der den Verein später weiter führte. In diese Zeit fiel auch die Umbenennung zum Arbeiter-Turn- und Sportverein. Der Arbeitersport wurde in den Jahren 1929 - 1933 betrieben unter dem Vorsitzenden Helwig Horn. Vorher wurde der Verein zeitweise auch vom Lehrer Kurz geführt. In diesen Jahren wurde auch eine Fußballabteilung gegründet, die in den folgenden Jahren ein wesentlicher Bestandteil des Vereinslebens war. Nach der Machtergreifung durch Hitler wurden die Bücher und die Kasse des Vereins beschlagnahmt. Fast alle Sportler wurden zum Kriegsdienst eingezogen, es war nicht mehr möglich, sportliche Veranstaltungen durchzuführen. Während des 2. Weltkrieges fand daher kein Vereinsleben statt. Die aus dem Krieg zurückgekehrten Sportler gaben dem Verein wieder neuen Auftrieb. Es konnte auch ein großer Teil der Jugend gewonnen werden. Der Verein trat 1946 erstmals wieder an die Öffentlichkeit. Dieser Neubeginn wurde von den Amerikanern auch offiziell bestätigt. Neuer Vorsitzender wurde Georg Stähling, der ebenfalls von der Besatzungsmacht bestätigt wurde. In diesen Jahren nach dem Kriege waren die Mitglieder bemüht, ein geeignetes Sportgelände für den Verein zu finden. Der Sportplatz wurde mehrmals verlegt. Das jetzige Sportgelände wurde 1947/48 unter dem 1. Vorsitzenden Heinrich George hergerichtet. Durch einige Mitglieder, die an der Zeche in Frielendorf beschäftigt waren, konnten Raupenfahrzeuge mitgebracht werden, mit denen das Gelände geschoben wurde. Bezahlt wurde mit Naturalien. Außer dem Fußballsport wurde zeitweise auch noch Tischtennis gespielt. Der Vereinsvorsitz wechselte mehrmals. So leiteten Lehrer Mötz, Helwig Horn, Heinrich Geisel, Heinrich Schneider und Heinrich Schwalm den Verein. Im Jahre 1959 wurde dann Franz Kohl zum 1. Vorsitzenden gewählt, der diese Tätigkeit bis 1976 ausübte. Franz Kohl setzte sich aufopferungsvoll für die Belange des Vereins ein. Unter seiner Führung wurde das Vereinsheim am Sportplatz gebaut. Im Jahr 1966 kam zu der Fußballabteilung auch noch die Sparte Tischtennis hinzu, die sich sehr zur Zufriedenheit entwickelte. Franz Kohl legte sein Amt 1976 als 1. Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen nieder, er wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer Vorsitzender wurde Hans Lang. Er und seine Vorstandskollegen waren weiterhin um den Ausbau des Sportgeländes und des Vereinsheimes bemüht. So konnte 1978/79 an das Vereinsheim angebaut und eine neue Wasserleitung verlegt werden. 1982/83 wurde das Vereinsheim nochmals in größerem Umfang umgebaut. Weiterhin steht dem Verein ein Trainingsplatz mit Flutlichtanlage zur Verfügung.
Im Juni 1986 wurde Herbert Hofmann neuer 1. Vorsitzender. In seiner Ära kamen als zusätzliche Sparten die Damen-Gymnastik, die mit ihren Tanzvorführungen oft den Höhepunkt von Veranstaltungen darstellten, und eine Wanderabteilung hinzu. Dadurch konnte 1987 ein Mitgliederzuwachs von ca. 20 % verzeichnet werden. 1988 beteiligte sich der Verein finanziell am Bau der Toilettenanlage am Festplatz und zeigte damit wieder einmal sein Engagement auf Dorfebene. In den Jahren 1988/89 wurde das Sportlerheim an die öffentliche Stromversorgung und das Telefonnetz angeschlossen, 1990 begann die Planung für einen Kioskanbau.
Im Februar 1990 übernahm Wilhelm Peter die Regie im Verein. Unter seinem Vorsitz feierte die Tischtennisabteilung ihr 25jähriges Jubiläum mit einem Kommers, an den auch der Bürgermeister teilnahm. Das Sportlerheim erhielt einen verbesserten Kühlraum und steht auf Anfrage nun auch für private Zwecke zur Verfügung. In Angriff genommen wurde auch der Bau eine Trainingsplatzes am Sportgelände.
1992 übernahm erneut Herbert Hofmann das Amt des Vereinsvorsitzenden. Der Bau eines Trainingsplatzes direkt am Sportgelände wurde aus finanziellen Gründen zu den Akten gelegt. 1993 wurde ein Förderverein ins Leben gerufen, und die Jedermänner feierten ihr 10jähriges Jubiläum.
1994/95 bekleidete Wilhelm Wickert das Amt des 1. Vorsitzenden, ehe ihm Peter Lindenthal nachfolgte. 1998 wurde Helmut Balamagi zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Regie wurden weitere Arbeiten am Sportplatz getätigt, u. a. wurden zwei Schutzhütten errichtet. Endlich bekamen die Fußballer auch ihren Trainingsplatz. Im Januar 2002 wurde erneut Hans Lang zum 1. Vorsitzenden gewählt, ihm folgte im Januar 2004 Gerhard Matthies. Im Januar 2006 wurde ein Vorstandsgremium, bestehend aus Gerhard Matthies, Hans Lang und Mirko Klinar installiert.
Diesem Gremium gehört an Stelle von Gerhard Matthies seit Januar 2008 Reiner Grebe an.
Für die Zukunft stehen noch die Komplettrenovierung des Sportlerheimes und die Fertigstellung des Trainingsplatzes an.
Seit Ende 2000 ist unser Verein auch im Internet mit einer eigenen Homepage vertreten.
Außer auf sportlichem Gebiet beteiligt sich der Verein auch am Dorfgeschehen und ist um die Zusammenarbeit mit den anderen örtlichen Vereinen bemüht.
Allen, die sich in der Vereinsgeschichte zur Verfügung gestellt und sich um das Vereinsleben bemüht haben, sei an dieser Stelle für ihren Idealismus Dank gesagt. Danken wollen wir auch allen Mitgliedern, allen Gönnern und Helfern, die mit ihren Spenden, Beiträgen und ihrer Arbeit dazu beitragen, dass der Verein weiter seine Stellung im Dorfleben und sein Angebot erhalten kann.
Der nächste Höhepunkt wird das 100-jährige Vereinsjubiläum sein in 2011.